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Fischkompass Fische erkennen. Gewässer verstehen.

Verwechslung

Rotauge oder Rotfeder, der Unterschied am Maul

Beide sind silbrig, beide haben rote Flossen, beide stehen im selben Gewässer. Trotzdem lassen sie sich an einem einzigen Merkmal sicher trennen.

Schnellster Unterschied

Schau auf das Maul. Zeigt es gerade nach vorn, ist es ein Rotauge. Zeigt es nach oben, weil der Unterkiefer vorsteht, ist es eine Rotfeder.

Rotauge Rutilus rutilus
Rotfeder Scardinius erythrophthalmus
RotaugeundRotfederim Vergleich
Merkmal Rotauge Rotfeder
Maulstellung Endständig, gerade nach vorn gerichtet Oberständig, deutlich nach oben gerichtet
Augenfarbe Iris rötlich Iris goldgelb
Rückenflosse Beginnt senkrecht über dem Ansatz der Bauchflossen Beginnt deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen
Flossenfarbe Rötlich bis orange Kräftig rot bis blutrot
Bauchkante Gerundet Zwischen Bauch- und Afterflosse gekielt
Typische Größe 15 bis 30 cm 15 bis 30 cm
Lebensraum Fluss, See, Teich See, Teich, Fluss
Maulstellung Gerade nach vorn Nach oben gerichtet
Körperform Hochrückig Hochrückig
Ernährung Pflanzen und Algen, Wirbellose Pflanzen und Algen, Wirbellose

Diese beiden sind die häufigste Verwechslung im deutschen Süßwasser, und das hat einen einfachen Grund: Der Name führt in die Irre. Das Rotauge hat zwar eine rötliche Iris, aber die Rotfeder hat ebenso rote Flossen, und die sieht man zuerst.

Warum das Maul das beste Merkmal ist

Die Maulstellung ist nicht Zierde, sondern Funktion. Die Rotfeder frisst Anflug und weiche Pflanzen von oben, deshalb steht ihr Unterkiefer vor. Das Rotauge nimmt Nahrung aus dem Freiwasser und vom Grund, deshalb ist sein Maul gerade. Ein Merkmal, das an der Lebensweise hängt, ändert sich nicht mit Licht, Jahreszeit oder Laune des Fisches.

Die Flossenprobe als Bestätigung

Halte gedanklich eine Senkrechte an den Ansatz der Bauchflossen. Beim Rotauge beginnt die Rückenflosse genau darüber, bei der Rotfeder deutlich dahinter. Das funktioniert auch auf einem Foto, auf dem die Farben vom Wasser verfälscht sind.

Worauf du dich nicht verlassen solltest

Auf die Farbe. Ein Rotauge in nährstoffreichem Wasser kann messingfarben schimmern, eine Rotfeder im Schatten wirkt stumpf silbrig, und beide haben rote Flossen. Farbe ist bei Weißfischen das unzuverlässigste Merkmal überhaupt.

Quellen und Stand

  1. Rotauge , Wikipedia, deutschsprachige Ausgabe, abgerufen am 19.09.2026
  2. Rotfeder , Wikipedia, deutschsprachige Ausgabe, abgerufen am 19.09.2026

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