Lebensraum
Der Teich, warm, flach und zäh
Kleine, flache Stillgewässer werden im Sommer heiß und sauerstoffarm. Nur wenige Arten halten das aus, und die können es dafür richtig gut.
Ein Teich ist ein extremer Lebensraum, auch wenn er harmlos aussieht. Flaches Wasser erwärmt sich schnell, warmes Wasser löst wenig Sauerstoff, und dichte Pflanzenbestände zehren den Rest über Nacht auf. Im Winter kommt unter einer geschlossenen Eisdecke dasselbe Problem noch einmal.
Wer damit zurechtkommt
Karausche und Schleie sind die Spezialisten. Die Karausche übersteht Bedingungen, bei denen jede andere heimische Art erstickt, und verändert in Anwesenheit von Räubern sogar ihre Körperform: Sie wird hochrückiger und passt dann nicht mehr in ein Hechtmaul. Die Schleie gräbt sich bei Kälte zeitweise in den Schlamm ein.
Der Karpfen ist meistens gesetzt
Die meisten Teiche in Mitteleuropa tragen Karpfen, und zwar seit dem Mittelalter. Das ist keine natürliche Fischgemeinschaft, sondern eine bewirtschaftete. In hoher Dichte trübt der Karpfen das Wasser ein und setzt Nährstoffe aus dem Sediment frei; das ist kein Vorwurf an den Fisch, sondern eine Frage des Besatzes.
Kleingewässer sind kein Nebenschauplatz
Der Rückgang der Karausche hat weniger mit Wasserqualität zu tun als mit dem Verschwinden von Tümpeln, Lehmkuhlen und Feldteichen. Es sind die Gewässer, die niemand für schützenswert hält, weil sie so klein sind.
| Temperatur | Im Sommer bis über 25 Grad, im Winter bis zum Grund durchkühlt |
|---|---|
| Sauerstoff | Stark schwankend, nachts und unter Eis kritisch knapp |
| Strömung | Keine |
| Vegetation | Sehr dicht, oft vollständig verkrautet |
| Arten hier | 9 |
Typische Arten
Diese Fische leben hier
2 Raubfische und 7 Friedfische im Bestand dieser Seite.
Dreistachliger Stichling
Gasterosteus aculeatus
- 4 bis 8 cm
- Bach, Fluss, Teich, Ostsee, Nordsee